Zu unserer Mitgliederversammlung am 10.04.2010 konnten wir den Mitarbeiter der Geschäftsstelle des Anglerverbandes Südsachsen Mulde/Elster e.V. Angelfreund Bochmann, herzlich begrüßen. In seinen Ausführungen zum Fischbestand in unseren heimischen Gewässern ging er vorwiegend auf  die Problematik des Kormorans ein.

 Kormorane sind knapp gänsegroß mit schwarzem Gefieder. Sie haben eine Körperlänge von 77 bis 94 cm und eine Flügelspannweite von 121 bis 149 cm. Die Jagd auf Fische erfolgt tauchend. Tauchgänge werden meist mit einem kleinen Sprung eingeleitet. Die normale Tauchdauer beträgt 15–60 s in Tiefen von üblicherweise 1–3 m, bis 16 m sind jedoch nachgewiesen. Die Fortbewegung unter Wasser erfolgt mit den Füßen, Fische werden mit dem Hakenschnabel hinter den Kiemen gepackt. Die Nahrung besteht fast ausschließlich aus kleinen bis mittelgroßen See- und Süßwasserfischen, diese werden lebend erbeutet. An Fließgewässern mit höherer Strömungsge-schwindigkeit können neben Karpfenfischen auch Salmoniden und die Äsche einen größeren Teil der Nahrung bilden. In den deutschen Binnenseen werden überwiegend die häufig in großen Schwärmen auftretenden Weißfische erbeutet.

Kormorane sind Großvögel, mit einem Nahrungsbedarf von ½ Kilo Fisch pro Tag. Sie jagen außerdem fast nie einzeln, sondern kommen in größeren Trupps ab 20 Vögeln. So konnten wir diese Vögel im Winter auch wieder an Flöha und Zschopau beobachten. Daher können Kormorane, wenn sie an einem Fischwasser einfallen, innerhalb kurzer Zeit enorm hohe Prozentsätze des lokalen Fischbestandes heraus fressen. Verluste von über 40% bis zu 80% binnen weniger Wochen sind keine Seltenheit. Und weil es so viele Kormorane sind, sind auch sehr viele Gewässer davon betroffen. Wer diese Zeilen aufmerksam gelesen hat, kann vielleicht den Unmut vieler Angler verstehen.

Noch ein Wort, in eigener Sache dazu:

In Auswertung unserer Fangergebnisse (diese werden von Jahr zu Jahr weniger) sind wir einhellig zu dem Ergebnis gekommen, dass etwas passieren muss um den Fischbestand in unseren Gewässern zu schützen und zu erhalten.

Einige Mitglieder sind schon aus unserem Verein ausgetreten, andere sind passive Mitglieder. Dies ist einfach der Tatsache geschuldet, dass kaum noch ein Fisch gefangen werden kann.

Wenn im Winter Leute an Flöha und Zschopau gesehen wurden, welche auf den Kormoran Jagd gemacht haben, so sind dies keine Wilddiebe sondern zum Schießen ausgebildete Jäger, welche auch Mitglied unseres Vereins sind und im Sinne der Kormoranverordnung, ganz legal und unter Berücksichtung einzuhaltender Gesetze, handeln.

Wir wollen den Kormoran nicht ausrotten, wie manche Ornithologen und Naturschützer behaupten. Der gefräßige Räuber soll in seiner rasenden Entwicklung und Verbreitung gestoppt und auf ein gesundes Maß reduziert werden. Das ist eigentlich nur in den Brutkolonien möglich. Hier ist die Politik gefragt, wir Angler können nur immer wieder auf unsere Problematik hinweisen und versuchen auch in der Bevölkerung für unser Ansinnen Verständnis zu erlangen. Mann muss auch bedenken, wenn der Kormoran in der Menge wie er jetzt vorkommt, bald alle Gewässer ausgeräumt hat, hat er selbst keine Nahrungsgrundlage mehr.

Petri